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Politische Fernsehdialoge

Einleitung

(1)

Methoden zur Analyse von Mediendialogen

(10)

Analyse der Interviews

(16)

Fragestrategien

(17)

Beispiel 1:(18)

1

 

Herr Borchert Guten Abend.

2

Bo:

 

3

 

Sie sind, das wird ja auch immer wieder gerne beschrieben, nach Ertl und nach Kiechle der

4

 

 

5

Bo:

Oh, Ich ess' aber gern!

6

 

Ja was denn?

Beispiel 2:

1

 

Ihre Schlagzeile auf dem Titel morgen zu den Kurden ist?

2

Ma:

 

3

 

 

4

 

"So macht die PKK den Terror"

5

Ma:

So macht die - ja gut

6

 

Ne gute?

7

Ma:

 

8

 

schen gewaltfreien Kurden und PKK. Is ja ne kriminelle Vereinigung. F-Focus hat das schon

9

 

selber erlebt, also das sind Terroristen und das-

10

 

 

11

 

 

12

Ma:

 

13

 

 

14

 

 

15

 

 

16

 

 

17

Ma:

Also die -

18

 

-wieviel Meinung ist in ihrer Meldung?

19

Ma:

 

20

 

 

21

 

lich.

22

 

Ja, ist klar. Aber Ihr Aufmacher, die Tendenz hamm wir ja eben-

23

Ma:

 

24

 

-festgestellt, is "So organisieren wir den Terror"

25

Ma:

 

26

Ma:

 

27

 

Das Thema setzen Sie. Also nochmal die Frage: Wieviel Meinung ist in-

28

Ma:

Nein, das setz- ich nicht, das setzen

29

 

-der Meldung?

30

Ma:

 

31

 

drin sind.

32

 

Ih-Ihr, ihr Logo soll ja sein, Sie sind das Nachrichtenmagazin,

33

Ma:

Ja.

34

 

andere sind Meinungsmagazine.

35

Ma:

Richtig

36

 

So. Wieviel Meinung ist in Ihren Nachrichten, zum Dritten?

37

Ma:

 

38

 

 

39

 

lesen.

40

 

Es ist also Meinung drin?

41

Ma:

 

Abschnitt Festlegung
Zeile 1-5 Die Schlagzeile auf dem Focus-Titel lautet "So macht die PKK den Terror"
Zeile 6-9 Die Schlagzeile ist zutreffend und setzt PKK und Kurden nicht gleich
Zeile 10-14
...  
Zeile 27-31 das Thema wird von Focus gesetzt
Zeile 32-35 Focus ist das Nachrichtenmagazin, andere sind Meinungsmagazine
Zeile 37-40
Zeile 41-42

Beispiel 3: Interview vom 9. Oktober 1994

1

 

 

2

 

 

3

 

genswert. Also kommt die nu?

4

La:

 

5

Hja

6

La:

 

7

 

Zukunft.

8

 

 

9

La:

 

10

 

Zukunft- gern geschehen.

11

La:

 

12

 

 

13

 

 

14

La:

Wir - wir hamm -

15

 

 

16

La:

- wir - nein, nein, wir haben klar genug - nicht alles durcheinanderwerfen-

17

 

 

18

La:

 

19

 

 

20

 

Nicht vorschlagen, nicht mitmachen?

21

La:

 

22

 

sonst kommt sie nicht.

23

 

 

24

 

 

25

 

Mal?

26

La:

 

27

 

Als prominenten Spezialdemokraten.

28

La:

 

29

 

schon korrekt sein.

30

 

Etwa als Landesvorsitzender, als Finanzminister, was ein Mensch Oskar Lafontaine-

31

La:

Ach, Sie meinen, wird sind-

32

 

mit einem irren Sachverstand.

33

La:

Sehen Sie, als Finanzminister geb ich Ihnen eine klare Antwort, als Finanzminster einer

34

 

 

35

 

 

36

La:

 

37

 

 

38

 

 

39

 

Danke!

Beispiel 4: Interview vom 30. Januar 1994

1

 

Was sacht denn die DGB-Vorsitzende zu der Entlassung von zehn Prozent im DGB selber?

2

Wu:

Ich bin nicht DGB-Vorsitzende und will's auch nicht werden.

3

 

 

4

 

Nein.

5

Bo:

Und was sagen Sie zu der Entlassung?

Spiel mit Kommunikationsprinzipien

(19)

  • Die Maxime der Wahrhaftigkeit
  • Die Maxime der Relevanz
  • Die Maxime der Klarheit.

Provozierende Antwortbewertungen

Beispiel 5: Interview vom 30. Januar 1994

1

Ma:

 

2

 

 

3

 

haben und das-

4

 

Das ist der Einstieg in die Verhan- das is ihre Rechnung, nich?

5

Wu:

Die ist auch ziemlich korrekt.

6

 

 

7

Ma:

Die wird nicht mal von Kommentatoren bestritten, die sonst gerne unsere Argumente bestrei-

8

 

ten.

Beispiel 6: Interview vom 28. November 1993

1

 

 

2

Bo:

 

3

 

 

4

 

hmh

5

Bo:

Deswegen diskreditiert das eigentlich nich

6

 

 

7

Bo:

 

8

 

 

9

Bo:

 

10

 

mmh

11

Bo:

 

12

 

 

Anmerkungen

(2) Vgl. Blum-Kulka, Shoshana: The dynamics of political interviews. In: TEXT 3.2, 1983, S. 131-153; Jucker, Andreas: News interviews: A pragmalinguistic analysis. Amsterdam 1986; Schwitalla, Johannes: Conversational analysis of political interviews. A diachronic survey. In: Ensink, Titus/Arthur van Essen/Toon van der Geest (Hg.): Discourse analysis and public life. Dordrecht 1986; Holly, Werner:Heritage, John: Analyzing News Interviews. Aspects of the Production of Talk for an overhearing audience. In: van Dijk, Teun A. (Hg.): Handbook of Discourse Analysis, Bd. 3. London 1984, S. 95-119; Heritage, John/David Greatbatch: On the Institutional Character of Institutional Talk: The Case of News Interviews. In: Boden, Deirdre (Hg.): Talk and Social Strncture. Cambridge 1991; Schegloff, Emanuel A.: From Interview to Confrontation. Observations on the Bush/Rather Encounter. In: Research on language and social interaction 22, 1988/89, S. 215-240.

(5) Holly/Schwitalla (wie Anmerkung 3).

(8) Foraci, Franco: ClipFormat. In: taz vom 9. September 1994, S. 18.

(9) Holly/Schwitalla (Anmerkung 3) sowie Holly, Werner: Zur Inszenierung von Konfrontation in politischen Fernsehinterviews. In: Grewenig, Adi (Hg.): Inszenierte Information. Opladen 1993, S. 164-197.

(12) Sacks, Harvey/Emanuel A. Schegloff/Gail Jefferson: A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking. In: Language 50, 1974, S. 696-735 sowie Schegloff, Emanuel A.: Opening up Closings. In: Semiotica VIII, 1973, S. 289-327.

(13) Heritage 1985 (a.a.O.); Greatbatch, David: A Turn-Taking-System for British News Interviews. In: Language in Society 17, 1988, S. 401-430; Clayman, Steven E.: Displaying Neutrality in Television News Interviews. In: Social Problems 35, 1987, S. 474-492; Schegloff 1989 (a.a.O.); Heritage/Greatbatch 1991 (a.a.O.).

(17) vgl. dazu Bucher 1993 (Anmerkung 2).

(18) Die Transkripte wurden zur besseren Lesbarkeit vereinfacht.

(19) Grice, H. Paul: Logic and Conversation. In: Cole, Peter (Hg.): Speech Acts. New York 1975, S. 41-58.

Quelle

Christof Barth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsprofile.